AKH, Univ. Frauenklinik, Ebene 8, Leitstelle 8c
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Landesklinikum Weinviertel Korneuburg
2100 Korneuburg, Wiener Ring 3-5
09:00-12:00 Anmeldung bis 11:30 Uhr
Tel.:02262 7801529
Im Jahr 2000 verabschiedeten die damals 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Millennium Development Goals (MDGs). Acht Ziele (siehe unten) streben die Bekämpfung der Armut und der ihr zugrunde liegenden Ursachen, wie Hunger und Mangelernährung, fehlende Grundschulbildung und die Gleichstellung von Mann und Frau, bis zum Jahr 2015 an.
Bei regelmäßigen Konferenzen der Vereinten Nationen wird der Fortschritt in der Erreichung der Ziele gemessen: Bei der letzten MDG-Konferenz 2010 wurde festgestellt, dass viele Ziele noch in weiter Ferne liegen. Besonders lang ist der Weg jedoch noch, um das MDG 5, die Verbesserung der Müttergesundheit, zu erreichen. Eine jährliche Senkung um 5,5% ist nötig, um die selbst gesteckte Vorgabe zu erfüllen. Momentan liegt der Rückgang laut Angaben der UN lediglich bei 2,3 % jährlich. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass dieses Ziel weltweit erreicht wird.
Das MDG 5 Müttergesundheit hat zwei Zielvorgaben:
Jährlich sterben etwa 350.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Die überwältigende Mehrheit aller Todesfälle – 99% – treten in Entwicklungsländern auf. Ein Vergleich veranschaulicht den Unterschied zwischen reichen und armen Ländern: Während in Österreich bei 100.000 Lebendgeburten 4 Frauen sterben, sind es in Afghanistan 1.800.
80% der Todesfälle wären durch medizinische Fürsorge vermeidbar.
Die Hauptsursachen sind:
Die restlichen 20% sind auf Mangelernährung und vorhandene Grunderkrankungen, die sich im Verlauf der Schwangerschaft verschlimmern, zurückzuführen. Zu diesen zählen: Malaria, Tuberkulose und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS.
Neben der medizinischen Vermeidbarkeit spielt der niedrigere soziale Status von Mädchen und Frauen in vielen Ländern eine tragende Rolle. Dieser verhindert oft den Zugang zu medizinischer Versorgung.
Um auf Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen, rief die Abgeordnete zum Nationalrat Petra Bayr und die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung die Plattform Mutternacht ins Leben.
Reproduktive Gesundheit und Rechte beziehen viele Aspekte des Lebens mit ein. Zu diesen zählen einerseits die Freiheit zur selbstbestimmten Entscheidung über Anzahl und Abstand der Schwangerschaften, sowie über den Zeitpunkt der Geburt(en). Andererseits ist auch die Verfügbarkeit von Informationen, Kenntnissen und Mitteln zur Verhütung von Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten essentiell.
Zu beachten ist, dass sich reproduktive Gesundheit nicht nur auf Schwangere und Mütter bezieht. Jedes Mädchen und jede Frau, jeder Bursch und jeder Mann sind tagtäglich mit Fragen der reproduktiven Gesundheit konfrontiert. Reproduktive Gesundheit betrifft keinesfalls nur die Versorgung von schwangeren Frauen.
Vielmehr ist sexuelle und reproduktive Gesundheit ganzheitlich im Sinne des „well-beings“, also des Wohlbefindens, zu verstehen. Dieses umfasst die körperliche und seelische Gesundheit, sowie den Grad an persönlicher Selbstbestimmtheit. Die Wahrung der reproduktiven Rechte und der Gesundheit ist daher für ein selbstbestimmtes, gesundes Leben unerlässlich.
Reproduktive Gesundheitsvorsorge umfasst:
Die 8 MDGs sind in Zielvorgaben und Indikatoren unterteilt. Letztere sind quantitative Angaben, die der jährlichen Überprüfung dienen. Im jüngsten Prüfbericht (The Millennium Development Goals Report) – Juni 2011) wurde festgestellt, dass die weltweite Armut reduziert werden konnte, viele der MDGs, wie das MDG 5, aber außer Reichweite liegen.
Mehr Informationen unter: un.org/millenniumgoals